Ümit Sormaz

CSU möchte als rhetorischer Scharfmacher eine verbale Abrüstung

Als Scharfmacher nach Abrüstung schreien ist unglaubwürdig

Die Demonstration in München mit ca. 25000 Teilnehmer hat gezeigt, dass die Bürger die Politik der CSU in der Form nicht mehr akzeptieren und akzeptieren werden. Aufgrund ihrer absoluten Mehrheit dachte die CSU über Jahre hinweg, dass sie machen kann was sie will, weshalb sie den Bezug zur Basis und zu den Bürgern auch verloren haben. In den letzten Jahren hatte man das Gefühl, dass innerhalb der CSU-Spitzenpolitiker ein regelrechter Wettbewerb ausgebrochen ist, mit der Vorgabe: „Wer bringt den nächsten noch schärferen Spruch“, dabei war es egal, ob dieser Spruch an die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, oder an Ausländer, Flüchtlinge oder an die Grünen gerichtet wurde.
Nun sind die Bürger insbesondere nach dem PAG und dem Streit um die Asylpolitik es leid, diese Politik des verbalen Aufrüstens mitzutragen bzw. über sich ergehen zu lassen. „Insofern ist nur verständlich, dass die Bürger in der CSU-Manier ebenfalls verbal aufgerüstet haben, sicherlich ist diese Entwicklung alles andere als schön“, so Sormaz, „aber man erntet das was man säht“. Denn mitunter ein Grund für den Austritt aus der CSU für Ümit Sormaz war, dass „eine Politik des Angst-Schüren betrieben wurde und wird und die Demonstration nur eine logische Konsequenz der früheren CSU-Politik ist“, was Sormaz bereits viel früher immer zu bedenken gab.